Gewaltprävention in der mobilen Pflege

Date 21.07.2026

Analyse von Gewaltvorfällen in der mobilen Pflege zur Entwicklung eines organisationsnahen Gewaltpräventionskonzepts.

HERAUSFORDERUNG

Pflegepersonen in der mobilen Versorgung sind häufig verbaler, psychischer und vereinzelt körperlicher Gewalt ausgesetzt, oft unter Bedingungen von Alleinarbeit, Zeitdruck, langen Wartezeiten und belastenden Versorgungssituationen. Zugleich fehlen organisationsspezifische Daten, klar geregelte Meldewege und ein systematisch verankertes Präventionskonzept, das Betroffene wirksam unterstützt und Vorfälle nachhaltig bearbeitet.

ERGEBNISSE

Die quantitative Befragung zeigte, dass 95,0 % der Teilnehmenden in den letzten zwölf Monaten mindestens eine Gewalterfahrung durch Klient:innen berichteten; 68,4 % nannten zudem Gewalterfahrungen durch Angehörige. Am häufigsten trat psychische bzw. verbale Gewalt auf, gefolgt von körperlicher und sexueller Gewalt. Die emotionale Belastung nach Vorfällen war deutlich spürbar. Gleichzeitig wurde organisationale Unterstützung insgesamt positiv bewertet, insbesondere Rückhalt durch Team und Führung. Die qualitativen Ergebnisse ergänzten dies um den Bedarf an klaren Meldestrukturen, Nachbesprechungen und unmittelbarer Unterstützung.

Fact Box
  • Studiengang: Sozial-, Gesundheits- & Public Management
  • Projektteam: Martin Lidl, Sheila Warter, Alina Weber
  • Betreuer:innen: Wei Manske-Wang
  • Partnerorganisation: Sozial- und Gesundheitssprengel Lienz-Thurn
  • Bearbeitungszeitraum: 2026
  • SDG: 8 & 3

Partner Statement:
Der Sozial- und Gesundheitssprengel sieht einen klaren Bedarf, Gewalt systematisch zu erfassen und praxisnahe Unterstützungs- sowie Präventionsstrukturen weiterzuentwickeln.

Weitere Informationen:
https://mciprojekt.wixsite.com/gewaltpraevention